Montag, 29. juni 2009

Anbei findet ihr das Review von R. Scott Bakkers neuem Roman. Seine zweite, auf eine Trilogie ausgelegte, Serie spielt wiederum im Lande Earwa.

Scott hat mit seiner ersten Trilogie damals hohe Wellen in der englischen Fantasygemeinde geschlagen. Sein Werk wird heute noch kontrovers diskutiert. Nach der Lektüre des ersten Bandes der neuen Serie bin ich sicher, dass es auch hier nicht anders sein wird.

Ich habe mir im Verlaufe der Rezension erlaubt einige englische Begriffe aus dem Buch zu belassen. Der Leser möge mir das verzeihen.


Zum Autor:

 

R. Scott Bakker, ein kanadischer Autor, betrat die Bühne der epischen Fantasy im Jahre 2003 mit seinem Erstlingswerk The Darkness that comes before, dem ersten Buch einer Trilogie namens The Prince of Nothing.

Zu Beginn dieses Jahres kam die lange erwartete Fortsetzung dieses Meisterwerkes auf den amerikanischen und englischen Markt. Die zweite Trilogie The Aspect Emperor beginnt mit dem ersten Band namens The Judging Eye.

 

Das Äussere:

 

Diesesmal habe ich vom amerikanischen Verlag Overlook Press ein ARC (Advanced Reading Copy) erhalten. Ich kann also über das kaufbare Buch wenig aussagen. Das ARC weiss allerdings auch zu gefallen, in dezentem Schwarz gehalten, mit einer abstrakten Figur als zentrales Motiv. Es ist ein Softcover im Trade-Format.

Eine Worterklärung und ein Anhang sind ebenfalls am Ende des Buches zu finden. Sie sind allerdings wesentlich kürzer als in der ersten Trilogie. Das kann aber auch daran liegen, dass das Buch ein ARC ist.

Zuerst noch ein Wort der Warnung: Wer Bakkers erste Trilogie noch nicht gelesen hat, sollte dieses Review noch nicht lesen, denn es enthält Spoiler für diese!

 

Die Vorgeschichte:

 

Die Vorgeschichte dieser Trilogie sollte dem geneigten Leser bekannt sein. Es ist dies nämlich die erste Trilogie „Der Krieg der Propheten“. Ich möchte an dieser Stelle nicht allzu viele Worte darüber verlieren, ich kann nur jedem Leser empfehlen, diese Trilogie zu lesen (eine Rezension zum ersten Band findet ihr hier auf dem Blog), bevor er sich an The Judging Eye macht, ansonsten verpasst man viel und kann viele Zusammenhänge nicht  verstehen. An dieser Stelle noch einmal die Warnung – Spoiler zur ersten Trilogie werden folgen!

Als kurze Einleitung:

Die Reiche um die drei Meere sind befriedigt worden. Kellhus, der Aspect Emperor, hat sich alle Reiche einverleibt, sogar bis nach Zeum ist er gekommen. Er und Esmenet regieren als götterlgeiche Regenten. 20 Jahre sind vergangen, seit der grosse Sieg der Inrithi in Shimeh den heiligen Krieg beendete.

Doch es steht nicht alles zum Besten in der neuen Welt.

 

Die Handlung in Kürze:

 

Wiederum verfolgt man mehrere Hauptpersonen durch das Buch, aus dessen Sicht erzählt wird. Einige altbekannte mischen sich mit neuen Figuren. Esmenet, Achamian und Maithanet kommen vor, Kellhus natürlich (obwohl wir keine Kapitel haben, die aus seiner Sicht erzählt sind) und einige kleinere Auftritte von grossen Namen aus der ersten Trilogie. Neue Figuren sind insbesondere Mimara, angeblich Achamians  und EsmenetsTochter, und ein junger König namens Sorweel, dessen Königreich zu Beginn der Geschichte von Kellhus Armee erobert wird. Auch interessant sind die Söhne und Töchter von Kellhus, die er mit Esmenet gezeugt hat. Hier hat insbesondere der jüngste, Kelmomas, auch einiges an Seiten zugesprochen bekommen…da scheint sich etwas anzubahnen…aber dazu sei noch nichts verraten.

 

Zur eigentlichen Handlung:

Der Heilige Krieg ist seit 20 Jahren zu Ende. Kellhus regiert die drei Meere als absoluter Herrscher und duldet keinen Widerspruch. Zu Beginn des Buches hat er eine grosse  Armee gesammelt, mit der er in den alten Norden reisen will, um die Rathgeber (Consult) ein für allemal zu vernichten. Eine Wiedergeburt des Nicht-Gottes darf es niemals geben. Deshalb sammelt er eine riesige Armee, bestehend aus Männer und Frauen aus allen Ländern, und zieht gegen Golgotterath, dem Ursprung der Inchoroi. Er lässt seine Frau Esmenet zurück, um die Staatsgeschäfte zu führen. Diesem Tross folgen wir durch die Augen Sorweels. Die Reise ist zu Ende des Buches immer noch in vollem Gange.

Esmenet hat in den vergangenen Jahren viel Leid erfahren, sind doch viele ihrer Kinder wahnsinnig oder unnahbar. Das Blut und Erbe von Kellhus scheint zu stark für sterbliche Hüllen. Jetzt muss sie auch noch den Thron übernehmen und zusätzliche Lasten tragen. Die Hyänen um den Thron und alle Speichellecker wittern bald ihre Chance und beginnen, jetzt wo der mächtige Kellhus weg ist, ihre Spiele zu spielen. Esmenet kommt schnell in Bedrängnis und auch Maithanet, den Kellhus zu ihrer Hilfe zurückgelassen hat, kann nur bedingt helfen. Esmenet hadert mit ihrer Lebenslage…viele Dinge machen ihr zu schaffen, vor allem die fehlende Beziehungen zu ihren Kindern.

Zu allem Übel beginnt nun auch einer der vielen Götterkulte der Imperatorin Ärger zu machen. Der Kult von Jatwer, der Erdgöttin, begehrt auf gegen die blasphemische Herrschaft des Dämonen Kellhus. Und sie haben einen Messias, einen vorhergesagten Krieger…den White-Luck Warrior. Wer er genau ist und was er leisten soll wird in diesem Buch nicht aufgelöst.

Parallel dazu sehen wir, was aus Achamian geworden ist. Als Eremit lebt er in Galeoth, weit ab jeglicher Zivilisation. Er hat einen kleinen Turm und wenige Diener, die sich um sein Wohlergehen kümmern. Er hat allem abgeschworen und versucht nur noch, das Geheimnis um Kellhus zu lüften. Er will ihn als den Hochstapler, der er ist, entlarven. Seine Träume, die ihm seine Verbindung zu Seswatha bescheren, werden immer spezifischer und er glaubt, dass er bald eine Lösung haben wird. Da tritt Mimara in sein Leben, seine angebliche Tochter. Sie möchte von Achamian zur Zauberin ausgebildet werden. Achamian will das nicht, doch irgendwann muss er vor der Hartnäckigkeit der jungen Frau kapitulieren. Er nimmt sie sogar mit auf seine Reise. Achamian wirbt eine Truppe von Skalpern an, Sranc-Jäger, die im Nordosten ihrem blutigen Geschäft nachgehen…eine Bande von Halsabschneidern…doch nur mit ihrer Hilfe kann er überhaupt hoffen, an sein Ziel zu gelangen…quer durch die Istyuli Ebenen, ebenfalls in den alten Norden. Er muss die Schatzkammer des uralten Magierordens finden, der Sohonc…dort liegt das Wissen zu Kellhus Herkunft.

 

Mehr Details möchte ich hier nicht preisgeben, das hier soll euch das Buch schmackhaft machen, nicht zusammenfassen…also, lest selber ;)

 

Meinung:

 

R. Scott Bakker legt auch in seiner zweiten Trilogie die Latte hoch. Seine Sprache ist noch besser geworden, seine philosophischen Gedankenkonstrukte werden konsequent weitergeführt und die Welt, welche mir sehr gut gefällt, wird weiter aufgedeckt. Zum Beispiel erfahren wir endlich auch mehr über die Nonmen, die Nichtmenschen. Sie sind, im Gegensatz zu vielen anderen Rassen aus anderen Romanen, wirklich seltsam und fremd.

Ein Pluspunkt, zumindest meiner Meinung nach, ist, dass Kellhus sehr wenig vorkommt, war er mir in der ersten Trilogie doch zu übermächtig und dominant. Hier ist das Scheinwerferlicht mehr auf kleinere Akteure gerichtet, wie zum Beispiel Sorweel. Achamian könnte man wohl den Hauptprotagonisten dieses Bandes nennen. Wer ihn in der ersten Trilogie mochte, wird hier seine Freude haben. Wer ihn nicht lesen mochte, ja der wird seine Mühe haben.

Wie schon zuvor ist auch in diesem Buch die Welt eine der Protagonistinnen. Scott gibt seiner Schöpfung noch mehr Tiefe und Farbe und es ist eine plastische und faszinierende Welt, die er geschaffen hat. Vertraut genug, dass man sich einfühlen kann und doch fremd und mystisch. Es ist dem Leser schnell klar, dass hier viel Zeit und Liebe investiert wurde.

Scott ist ein Autor, der den Leser fordert. Er macht es einem nicht einfach…weder sprachlich noch vom Inhalt her. Die Szenen sind zum Teil obszön und brutal. Aufgewogen wird dies wiederum durch Passagen die einem zum denken anregen. Die philosophischen Gedanken und Diskussionen, aber auch die Auszüge aus In-Welt Werken sind erneut ein Leckerbissen

Scott beweist erneut, dass er ein genauer Beobachter menschlicher Verhaltensweisen ist. Die Charaktere sind, wenn auch nicht sympathisch, doch sehr authentisch und lebensnah modelliert.

Wie schon beim letzten Mal, bleibt mir als einzige Hauptkritik die fehlenden Sympathieträger zu nennen. Die Figuren sind alle sehr zerrissen und auch oft herzlos. Ich konnte selten so richtig mitfiebern für sie.

In einer solchen Welt mag das jedoch durchaus passend sein. Es gibt nicht viele Lichtblicke in der Handlung. Somit ist auch klar, dass dieses Buch nicht für jedermann ist. Wer frohe, positiv gezeichnete Geschichten mag, sollte von Bakkers Werk besser die Finger lassen.

Ein weiterer klassischer „Nachteil“ liegt darin, dass in Band eins vorrangig Setup betrieben wird…sehr viel Einführung und hinleiten auf Kommendes aber nicht wirklich viel erfüllende Stränge.

Das Bakker gegen Ende des Buches mehr oder minder dem Herrn der Ringe nachschreibt, nur weil die Truppe durch ein Höhlenlabyrint irrt, mag ich nicht mitunterschreiben. Natürlich kann einem diese Szenerie an Moria erinnern, aber es hat genug Eigenständigkeit, dass es mich nicht gestört hat.

 

Fazit:

 

Beim Fazit kann ich eigentlich nur wiederholen, was ich schon damals bei der Rezension zum ersten Werk gesagt habe: Ich würde das Buch sofort jedem Fantasyfan empfehlen, der realistische, dunkle Fantasy mag. Das Buch gehört in die Kategorie des momentan sehr beliebten Grim and Gritty-Subgenres.


 

Wer mal etwas weitab von Tolkien und seinen Nachahmern sucht, ist hier goldrichtig.


 

Bewertung:   8.5 von 10 eremitischen Zauberern

Anomandaris
von Anomandaris
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Samstag, 6. juni 2009
Wie im allerersten Artikel dieses Blogs erwähnt, entsprang dieses Projekt nicht nur meiner Idee... Adaephon und ich wälzten einige Gedanken via ICQ als wir uns entschlossen, das hier aufzubauen.
Hier nun, nachdem er wieder etwas mehr Musse hat, sein erstes Review. Danke, Ada.

***

Nach einigen Kurzgeschichten und ihrem Debütroman „According to Crow“(2005) veröffentlichte Ekaterina Sedia 2007 ihr Buch „The Secret History of Moscow“. 2009 wurde es von der Hobbit Presse ins Deutsche Übersetzt.

Ekaterina ist gebürtige Moskauerin, heute lebt und arbeitet sie in New Jersey als Lehrerin für Botanik und Pflanzenkunde.


Das Äussere:

Wie nicht anders gewöhnt von der Hobbit Presse kommt das 326 Stein umfassende Buch in einem Hardcover Format daher. Der Umschlag zeigt eine aus Vögeln stilisierte Skyline Moskaus. Der Hintergrund bildet ein schattiertes Dunkelrot.


Handlung in Kürze:

Wir befinden uns im Moskau von heute. Immer mehr Menschen verschwinden ohne irgendeine Spur zu hinterlassen. Ist allein die moskauer Verbrecherszene und Mafia daran schuld oder gibt es einen anderen Grund? Kurioser Weise tauchen Vögelschwärme aus Pfützen auf und Eulen fliegen am hellen Tage durch die Stadt.

Dies ist die Welt von Galina, Jakov und Fjodor. Alle drei könnten nicht verschiedener sein. Galina ist eine vermeintlich geistig gestörte junge Frau, welche als Übersetzerin wissenschaftlicher Texte arbeit. Jakov ist ein recht fauler Polizist und Fjodor ein Straßenkünstler. Sie alle haben nichts gemeinsam, bis Galinas schwangere Schwester Mascha in ihrem Bad verschwindet und nur das Baby mit einer Dohle im Zimmer ist. Fjodor wird der Fall zugeteilt die verschwundenen Personen zu finden. So finden Er und Mascha zusammen. Auf dem Weg durch die Stadt stoßen sie auf Jakov der ihnen helfen kann, der auch den Zusammenhang der Vermissten mit den Vögeln zu kennen scheint.

Gerade waren sie noch in der U-Bahn, auf einmal finden die Drei sich in einer Welt voller Fabel- und Märchenwesen wieder. Rusalki, Todesfeen, Baba Jaga und sogar Väterchen Forst geben sich hier die Hand. Was ist dies für eine Welt unter Moskau? Es beginnt die Suche nach der verschwunden Schwester. Nicht nur die Märchenfiguren helfen ihnen, sondern auch Personen aus anderer Zeit. Wie kann das alles möglich sein? Nach und nach stoßen sie auf Erklärungen, aber auch auf weitere Fragen. Das Schicksal beider Welten hängt von dem Erfolg der Drei ab.

 

Meinung

Nach Greg Keyes „Bunde der Alchimisten“ und Naomi Noviks „Feuerreiter seiner Majestät“ erscheint nun die russische Antwort auf den alternativen Geschichten Boom.

Wer dieser Sparte der Phantastik etwas abgewinnen kann, wird das Buch mögen. In dem modernen Moskau von heute wird durch phantastische Einwirkungen die fast vergessene russische Tradition eingebunden. Im Laufe der Erzählung durchqueren die drei Protagonisten nicht nur jene Welt unter dem bekannten Moskau, sondern sie reisen auch durch die Geschichte Russlands. So finden sie doch Unterstützung durch Tataren-Krieger, einer Dekabristen-Frau und anderen Personen die eigentlich nicht in die heutige Zeit gehören.

Natürlich gibt es aber auch bei diesem Buch einige Punkte die für mich negativ sind. Mir nicht ganz erschlossen hat sich, wie diejenigen Personen ausgewählt werden, die in der Unterwelt landen. Einmal sind es Flüchtlinge die Zuflucht gesucht haben, ein anderes Mal sind es Krieger die verflucht wurden in aller Ewigkeit in der Welt gefangen zu sein. Des Weiteren fand ich die Aufnahme der unbekannten Welt durch unsere Hauptakteure zu rapide. Wie würden wir denn reagieren, wenn wir in einer Welt voller Heinzelmännchen, gestiefelter Kater und Hexen aufschlagen würden? Zumindest doch verwirrt.


Fazit:

Alles in allem ist das Buch aber durchaus gelungen und bietet jenen die sich wagen es zu lesen ein unerwartetes Ende und Lesegenuss der höher als der Durchschnitt liegt. Für mich ein Titel den ich gerne in meiner Sammlung stehen habe.

Für Anhänger der Alternative-Fantasy ein Muss,  für alle anderen eine Empfehlung, wenn sie mal wieder über den Tellerrand schauen wollen.

 

Bewertung: 7,5 von 10 Dohlen

 

Adaephon

von Anomandaris
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Montag, 18. mai 2009

Hallo Leute,


Wie versprochen hier eine der Rezensionen aus der Feder meiner fleissigen Helfer (aka Mitarbeiter). Vielen Dank, Fisher.

 

An dieser Stelle auch noch einmal unser Dank an Frau Kramer, vom Klett Cotta Verlag, für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

Und jetzt, ohne weitere Verzögerung...die Rezension für "Der Name des Windes"

 

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Patrick Rothfuss ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Professor für Englisch, dessen Erstlingswerk „Der Name des Windes“ mit grosser Begeisterung aufgenommen wurde. Er besitzt eine eigene Homepage, auf der neben Informationen zu dem Autor selbst auch solche über die Welt zu finden sein werden (dieser Abschnitt befindet sich zur Zeit noch im Aufbau).
Sein Roman ist der erste Band einer Trilogie mit dem Namen Die Königsmörder-Chronik, den Klett-Cotta in der Hobbit-Presse als deutsche Erstveröffentlichung herausgebracht hat.
Rothfuss greift auf das Stilmittel der Erzählung innerhalb einer Erzählung zurück und lässt so den Leser das Leben seines Hauptprotagonisten Kvothe miterleben.

 

Das Äussere:

Die gebundene Ausgabe lässt für mich keine Wünsche offen. Das Cover, dem amerikanischen Original in Stimmung und Motiv erstaunlich nahe, lädt dazu ein, das Buch in die Hand zu nehmen. Die Karte, auch in meinen Augen ein Muss für einen anständigen Fantasy-Roman (Gruss an Anomandaris), könnte etwas mehr Details aufweisen, doch spricht sie mich in Form und Stil sehr an (eine farbige Version gibt es übrigens auf der Homepage des Autors). Ein Lesebändchen rundet das ansprechende Äussere ab.
Der Roman hat 860 Seiten, doch die Schrift ist nicht allzu klein und somit angenehm zum lesen. Die liebgewonnen Personenverzeichnisse oder Begriffserklärungen, wie man sie von Erikson oder Bakker kennt, fehlen leider, ein Punkt, den ich persönlich gerne dabei gehabt hätte.

 

Die Handlung:

Im selbst gewählten Exil als Wirt und Besitzer eines Gasthauses hat sich Kvothe, der grösste Magier seiner Generation, von den Belangen der Reichen und Mächtigen zurückgezogen. Ihm zur Seite steht sein treuer Freund und Lehrling Bast. Eines Tages werden die beiden aus ihrem Alltag gerissen, als die Vergangenheit Kvothe in doppelter Hinsicht einholt. Zum einen tauchen um das Dorf herum Kreaturen auf, die es dort eigentlich nicht geben sollte, zum anderen veranlasst die Ankunft eines Mannes, der als der Chronist bekannt ist, Kvothe dazu, sein Leben Revue passieren zu lassen. Dieser Chronist möchte das noch relativ kurze, aber bereits sehr ereignisreiche Leben des Magiers aufzeichnen.
Dieser lässt sich schlussendlich auf dieses Experiment ein und beginnt, seine Geschichte zu erzählen. Wir folgen ihm durch seine Kindheit, die er mit seinen Eltern bei fahrenden Schauspielern verbracht hat und wie er zum ersten Mal mit der Magie in Kontakt kam. Dann endet diese Zeit abrupt mit dem Tod seiner Eltern und öffnet uns gleichzeitig den Blick auf die viel grössere Geschichte dahinter.
Es folgen harte Jahre auf der Strasse, bis er sich aufmacht, um an der Universität, wie die weltbekannte Schule für Magie und Wissenschaft genannt wird, aufgenommen zu werden. Er erzählt von seinen ersten Jahren an der Universität und von seinem stetigen Kampf, die Ausbildung zu erhalten, die sein wacher und einzigartiger Geist verlangt. Hinein verwoben in diese Zeit ist die Geschichte um seine grosse Liebe und die Suche nach den Mördern seiner Eltern.
Der erste Tag der Erzählung von Kvothe endet mit seinem ersten Kontakt mit der Magie, die ihn fast das Leben kostet.

 

Meinung:

Mein Eindruck nach dem Ende des Buches ist, mit einigen Kritikpunkten, positiv. Die Geschichte hat mich sofort reingezogen und ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Denn die grosse Stärke des Autors ist in meinen Augen seine Fähigkeit zu erzählen. Seine Schreibweise und seien Art, die Geschichte zu erzählen, liessen in mir immer wieder Erinnerungen hochkommen an die Abende, an denen ich Märchen gelauscht habe. Dies alles scheint in der deutschen Übersetzung gut rübergebracht worden zu sein, somit ein Lob an den/die Übersetzer/in.
Auch seine Welt wirkt sehr durchdacht und ausgefeilt, doch hätte man für meinen Geschmack noch etwas mehr darüber erfahren können. So bleibt sie fürs erste noch ein wenig unerforscht, welches sich hoffentlich in den nächsten Bänden löst.
Die Geschichte an sich ist in meinen Augen keine Neuerfindung des Genres, sondern eine gute und solide Neuauflage von Altbewährtem, die jedoch, wie bereits erwähnt, durch seine erzählerischen Fähigkeiten etwas Spezielles erhält.
Die gesamte Geschichte und auch die Welt wirken bis jetzt eher bodenständig, d.h. sie erinnert eher an Märchen als an eine Fantasy-Welt. Es gibt zwar Magie, aber tritt sie erst wenig und dann dezent in Erscheinung. Doch da es sich um die knapp ersten 17 Jahre von Kvothe handelt, ist dies eigentlich auch gut so und hier und da lässt der Autor eine andere Ebene seiner Welt durchschimmern, die mich grosses erhoffen lässt. Manchmal ist es ja besser, wenn man nicht gleich mit möglichst vielen Fakten und Eigenarten einer neuen Welt überschüttet wird.

 

Fazit:

Wer sich mit der Ich-Perspektive der Erzählung, die über den grössten Teil des Buches vorherrscht, und dem eher langsamen, weil aufbauenden Tempo der Geschichte anfreunden kann, wird in dem Erstlingswerk von Rothfuss eine sehr gut erzählte Geschichte finden, die einen schnell einfängt und nicht mehr loslässt. Die grösseren Zusammenhänge, die er angedeutet hat, machen Lust auf mehr und lassen auch auf mehr hoffen.

 

Bewertung: 7 von 10 blau brennenden Flammen


Fisher

von Anomandaris
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Donnerstag, 7. mai 2009
Die Autorin:
Susanne Gavénis wurde 1970 in Celle geboren. Sie machte 1990 das Abitur am Hermann-Billung Gymnasium in Celle, studierte bis 1995 in Kassel für das Lehramt an Gymnasien in den fächern Biologie und Chemie. Schon damals begann sie zu schreiben. Sie ist verheiratet und ist 2008 in den öffentlichen Schuldienst gewechselt. Sie schreibt Fantasy- und Science-Fiction Geschichten.

Das Äussere:
Das Buch hat 593 Seiten und ist beim Schweizerhaus Verlag erschienen. Das Cover zeigt Berge, Wasser, Feuer und Shaan. Das Cover ist für meinen Geschmack zu stark stilisiert und das Buch sieht somit in meinen Augen mehr nach einem Jugendroman aus.

Vorgeschichte:
Seit tausenden von Jahren bekämpfen sich Gut und Böse im Geheimen. Zwei Familien sind dazu auserwählt, alle 100 Generationen einen Beschützer für das Gute (Shai’lanhal) und das Böse (Shai’yanyal) zu stellen. Gleichzeitig werden je ein unwissendes Mädchen, dass das Gute verkörpert (Lanhal) und ein Junge, der das Böse verkörpert (Yinyal) geboren. Diese beiden wachsen ohne das Wissen ihrer Bestimmung auf. Es ist die Aufgabe der Schai’lanhal und der Schai’yanyal, die Lanhal und den Yinyal zu finden und vor dem gegnerischen Shai zu schützen. Die Schais werden von ihren Sarn von Kindsbeinen an auf ihre Aufgabe vorbereitet. Um den Kampf zu gewinnen, stehen dem Yinyal die Manipulation der Elemente Feuer und Erde zur Verfügung, der Lanhal die Elemente Wasser und Luft. Sie dürfen ihren Schützlingen jedoch bis zum Endkampf nichts von deren Bestimmung sagen. Sobald der Yinyal oder die Lanhal ihre wahre Bestimmung erkennen, weicht die Magie aus den Schais und geht auf den Yinyal oder die Lanhal über, die dann den Endkampf bestreiten und entscheiden ob die nächsten 100 Generationen das Gute oder das Böse herrschen wird.

Handlung in Kürze:
Shaan, Enkel eines Herzogs, wird von seinem Vater in der Einsamkeit der Berge mit grausamer Härte auf seine vom Schicksal bestimmte Aufgabe vorbereitet: Er ist der Beschützer der Lanhal, der Inkarnation des Guten, die alle hundert Generationen in Gestalt eines gewöhnlichen Mädchens wiedergeboren wird. Die Lanhal weiss nichts von ihrem Schicksal und darf von ihm auch nicht gewarnt werden. Trotzdem muss er sie irgendwie in die Regeln des bevorstehenden Kampfes einweihen. Ausserdem muss er es erstmal schaffen in die Nähe der Lanhal zu kommen und dort auch zu bleiben. Da es sich bei der Lanhal um ein 16jähriges Mädchen handelt, eine nicht ganz einfache Aufgabe. Ausgestattet einzig mit den Fähigkeiten Wind und Wasser zu beherrschen, muss sich Shaan einer Bedrohung stellen, die alles Vorstellbare übersteigt, denn die Mächte des Bösen entsenden eine schreckliche Gegenspielerin. Einschränkung für die beiden Shais ist lediglich, dass weder die Lanhal noch der Yinyal erfahren dürfen dass sie Magie benützen können. Doch wollen beide nicht, dass der Gegner herausfindet wer die Lanhal und wer der Yinyal ist. Shaan weiss: sollt er versagen, wird nicht nur die Lanhal sterben, sondern die ganze Welt für hundert Generationen in Dunkelheit versinken.

Meinung:
Bereits am Anfang hat mich das Buch stark an einen Jungendroman erinnert. Vier 16jährige, je zwei Jungen und Mädchen tragen das Schicksal der Welt auf ihren Schultern. Für meinen Geschmack wurde hier etwas zu stark mit klischierten Charakteren gearbeitet. Shaan, als Beschützer des Guten, zweifelt von Anfang an daran ob er überhaupt gut genug ist, um die Lanhal zu beschützen. Das klassische Motiv des strauchelnden "Helden".
Schon zu Beginn des Buches hat mich das Gefühl beschlichen, dass es ein Happyend geben wird. Natürlich muss das nicht partout etwas schlechtes sein! Jedoch war es für mich früh vorhersehbar.
Auch Deleja, die Inkarnation des Guten passt nicht ganz in ihre Welt. Vom Vater eher als Junge erzogen, trägt sie auch Jungen-Kleidung und träumt von einem Märchenprinz der sie einst erretten wird. Wovor blieb mir bis zum Schluss allerdings unklar, denn eigentlich dürfte ihr Leben als Kaufmannstochter recht angenehm gewesen sein?!
Positiv aufgefallen ist mir die Sprache. Das Buch wurde von einer deutschsprachigen Autorin geschrieben und das merkt man sofort. Die Sprache war äußerst Bildhaft und flüssig. Einzig die immer wieder unnötigen Absätze haben mich anfangs aus dem Lesefluss gebracht. Gegen Ende des Buches hatte ich mich dann daran gewöhnt.


Fazit:
Die Grundlage der Geschichte ist natürlich nicht neu, sie ist jedoch gut umgesetzt. Ich würde es dennoch eher einer jugendlichen Leserschaft empfehlen. Ich bin mir sicher mit 16 hätte mich das Buch viel mehr fasziniert.

Bewertung: 6 von 10 Windstössen

Màirèad
von Anomandaris
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Donnerstag, 7. mai 2009
Nach langer Zeit schicke ich euch mal wieder ein Lebenszeichen aus der Versenkung.
Zur Zeit beschäftigt mich die Vorbereitung auf meine erste Matura-Prüfung (als Lehrer!) und das Studium aka Diplomarbeit kostet mich auch viel Lese-Zeit.

Aber glücklicherweise habe ich einige fleissige Helfer. Und es werden ein paar Rezensionen in den nächsten Tagen folgen.

Die erste gleich im Anschluss an diesen Artikel.

Bleibt uns gewogen

Cheers
Anomandaris
von Anomandaris
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Sonntag, 5. april 2009
Und wieder beliefert uns Màirèad mit einer Rezension. Dieses mal eine deutsche Erstveröffentlichung des Autors Peadar O Guilin. Der Penhaligon Verlag legt einen "Sprint" an neuen interessanten Veröffentlichungen vor.
Genug der Vorworte

Anomandaris

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Peadar O Guilín hat sein ganzes leben lang fantastische Geschichten geschrieben. Davon sind einige in Zeitschriften, Online-Magazine und Anthologien erschienen. Sei erster Roman Die Kuppel (für einen Leseauszug folge man dem Link) hat in England und den USA für Aufregung gesorgt

 

Das Äussere:

Das Buch ist im Hardcover Format erschienen und das Cover zeigt eine steinerne Dämonenfratze auf rotem Grund und ist in formschöne Ornamente eingefasst. Der Umschlag ist in ein Relief gedruckt worden, was ich einen netten Zusatz finde. Das Buch hat 443 Seiten und ist beim Penhaligon Verlag erschienen.

 

Handlung in Kürze:

Es ist eine grausame Welt, in der der junge Stolperzunge heranwächst, und der mörderische, tägliche Überlebenskampf lässt sich auf eine schlichte Formel reduzieren: essen- oder gegessen werden.

Es ist eine Welt, in der sich alles um die Jagd auf andere vernunftbegabte Kreaturen oder den schrecklichen Fleischhandel dreht- ein Dasein in dem schon der geringste Fehler den sicheren Tod bedeutet. Und für Stolperzunge, der zu Unrecht als dumm und daher als Gefahr für seinen Stamm gilt, sieht die Zukunft besonders düster aus. Doch ausgerechnet an dem Tag, an dem der junge Jäger von seinem eigenen Bruder heimtückisch verraten wird, fällt eine seltsame und unerhört schöne Frau vom Himmel. Ein Ereignis, dass nicht nur Stolperzunges Schicksal für immer verändern wird, sondern auch das seines gesamten Stammes.

 

Meinung:

Die Idee hat mich überzeugt. Ein primitives Volk von Menschen das inmitten einer mörderischen Welt um seine Existenz kämpft. Das Volk erinnert irgendwie an die Steinzeit und die Kreaturen die die Existenz der Menschen bedrohen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Da gibt es Krallenleute, Panzerrücken, Zartlinge, Wühler, Langzungen, Hüpfer, Wassermonster und viele mehr. Jeder Feind hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Die Art wie die Menschen in dieser Welt ums überleben kämpfen ist schnell erklärt. Sie jagen die anderen Kreaturen und tauschen wenn es hart auf hart kommt Freiwillige aus. Die Freiwilligen bestehen meist aus alten und kranken, opfern sich aber nicht immer so freiwillig wie der Name vermuten lässt. Die Geschichte rund um Stolperzunge und seinen Bruder Wandbrecher wird spannend erzählt und man ist sich nie so ganz sicher wer überlebt und wer nicht. Auch die Wendung die die Welt durch das Auftauchen der schönen Fremden Indrani bekommt trägt viel zur Spannung bei. Fasziniert hat mich auch der sogenannte Sprecher. Eine Metallkugel die das gesprochene in die jeweilige Sprache des Zuhörers übersetzt. Und dies nicht nur wörtlich sondern auch inhaltlich. Beispiel: Da Stolperzunge mit dem Wort Fluss nichts anzufangen weiss, wird es für ihn automatisch als Feuchtpfad übersetzt. Der Sprecher macht so eine Kommunikation zwar möglich, lässt die kulturellen Unterschiede jedoch deutlich hervortreten und kann nicht die Gedanken oder tieferen Bedeutungen übersetzen.

Das Buch ist insgesamt sehr blutig und die Einstellung zu Leben und Tod ziemlich radikal. Mich hat das jedoch nicht gross gestört. Der Autor enträtselt die Welt Stück für Stück und am Ende werden einige Fragen geklärt. Doch es gibt noch viele Dinge die einer Antwort bedürfen.

Ich freue mich jetzt schon auf die beiden weiteren Bände der Trilogie. Das Schicksal der Überlebenden interessiert mich brennend.

 

Fazit:

Penhaligon nennt diese Art von Fantasy Abenteuer-Fantasy. Wer so etwas mag, ist hier sicher richtig. Man darf allerdings nicht zu weichherzig sein, denn wie schon erwähnt ist das Buch zum Teil sehr blutig.

Eine etwas andere Fantasy und bereits dadurch für Fantasyfans, die etwas neues suchen, lesenswert.

 

Bewertung: 8 von 10 Speeren


Màirèad
von Anomandaris
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Samstag, 14. märz 2009
Jetzt liegt die Rezension für den Abschluss der Trilogie um das magische Land vor. Màirèad liefert auch für den (vorläufig?) letzten Band von Kathleen Bryans Reihe ihr Review ab.

Anomandaris

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Die Autorin Kathleen Bryan hat bereits mehrere Romane veröffentlicht. Allerdings wählte sie für ihre Romane im Fantasy-Genre ein Pseudonym. Derzeit lebt sie in Arizona, USA, mit vielen Hunden, Katzen und Pferden.

 

Das Äussere:

Das Buch hat 254  Seiten und ist als Taschenbuch beim Goldmann Verlag erhältlich.

Das Cover ist für meinen Geschmack gut gewählt und schön illustriert.


Cover:



Eine Landkarte ist enthalten. Dieses Buch ist das Dritte aus der Serie Das magische Land. Es heisst Die Tochter des Lichts.

 

Vorgeschichte:

Vor tausend Jahren bedrohte die Grosse Schlange das Königreich von Lys und brachte Elend, Verderben und Tod über das Land. Doch der Junge Gott nahm sie gefangen und opferte dafür sein eigenes Leben. Seitdem sorgen die Ritter der Rose und die Frauen der Glasinsel mit ihren magischen Kräften dafür, dass die Schlange in einem Gefängnis aus Glas eingeschlossen bleibt. Ein Tropfen Blut besiegelte das Bündnis der guten Mächte. Doch seit geraumer Zeit sucht der Erzfeind des Königreichs Lys, König Clodovec, die Schlange zu befreien und ihre zerstörerischen Kräfte für sich zu nutzen.

Dies ist die Ausgangslage der Welt und für den Zyklus Das magische Land, der mit Band 1 Der Orden der Rose beginnt. Für eine Zusammenfassung der Handlung in Band 1 und 2 findet ihr die Rezensionen weiter unten auf diesem Blog.

 

Handlung in Kürze:

Das Böse scheint besiegt, König Clodovec ist tot, doch die Rückkehr in ihre Königreich von Lys verläuft für Averil nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Statt jubelnd von ihren Untertanen empfangen zu werden, schlägt ihr nur Misstrauen und Argwohn entgegen. Entmutigt findet sie zusammen mit Gereint Unterschlupf bei dessen Mutter, die ihren Sohn seit seiner Flucht zu den Rittern der Rose nicht mehr gesehen hatte. Noch immer ist sie der Magie gegenüber skeptisch, denn es gibt ein Geheimnis, von dem sie Gereint nie erzählt hat.  Doch nun ist es an der Zeit. Denn die Verbündeten der Schlange sind immer noch überall, und das Böse noch längst nicht besiegt. Averil steht noch ein harter Kampf bevor, aber sie muss ihn nicht alleine kämpfen: Ihr zur Seite stehen Gereint und der Letzte derer, die einst dem jungen Gott im Kampf gegen die Schlange beistanden. Doch nicht einmal mit vereinten Kräften können sie den Bann der Schlange brechen. Wird diese ewig in ihrem gläsernen Gefängnis bleiben können und so weiteren Schaden anrichten? Muss sie befreit werden, um ihre Macht endgültig vernichten zu können? Averil steht vor einer schweren Entscheidung, und sie muss schnell handeln, denn das Böse droht ihnen nicht nur von aussen, es ist schon mitten unter ihnen…

 

Meinung:

Das doch sehr unerwartete Ende dieser Trilogie hat mich begeistert. Die Autorin ist den Charaktereigenschaften ihrer Hauptdarsteller treu geblieben und hat sie sehr gekonnt und nachvollziehbar weiterentwickelt. Besonders die Entwicklung von Gereint war sehr spannend und hat mir immer wieder ein schmunzeln entlockt. Wie bereits nach dem ersten Buch vermutet, ist die Welt im Kopf der Autorin wohl sehr ausgearbeitet und nach drei Büchern muss ich sagen, dass die Informationen immer dann kommen, wenn man sie wirklich braucht.  


Fazit: Auch der dritte Band hat mich in seinen Bann gezogen. Es fehlt an nichts, es ist eine konsequente Weiterführung der ersten beiden Bände, gefüllt mit Magie, Liebe, Krieg; alles was das Herz begehrt. Ich kann die ganze Trilogie nur jedem empfehlen. Das Ende lässt Spielraum für weiterführende Gedanken, die bei mir schon ein viertes Buch füllen könnten. All zu viel kann ich nicht schreiben, da damit zu viel verraten würde. Lest selbst.

 

Bewertung: 8 von 10 Rosen

 

Màirèad

von Anomandaris
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Montag, 16. februar 2009
Die nächste Rezension für die Reihe um das magische Land steht bereit. Meine Mitrezensentin liefert wie schon für Band 1 die Rezension. Vielen Dank, Màirèad 

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Die Autorin:

Kathleen Bryan hat bereits mehrere Romane veröffentlicht. Allerdings wählte sie für ihre  Romane im Fantasy-Genere ein Pseudonym. Derzeit lebt sie in Arizone, USA, mit vielen Hunden, Katzen und Pferden. Weitere Romane der Autorin sind bei Goldmann in Vorbereitung, als nächstes: Die Tochter des Lichts. Das magische Land III

 

Das Äussere:

Das Buch hat 285 Seiten und ist als Taschenbuch erhältlich. Das Cover zeigt mittig das Amulett der Schlange vor einem grossen Drachen. Im Hintergrund ist das Meer und ein einzelnes Schiff zusehen. Eine wie ich finde sehr ansprechende Illustration.

Eine Landkarte ist enthalten. Dieses Buch ist das Zweite aus der Triologie um das magische Land. Es heisst Das Amulett der Schlange.

 

Vorgeschichte:

Vor tausend Jahren bedrohte die Grosse Schlange das Königreich von Lys und brachte Elend, Verderben und Tod über das Land. Doch der Junge Gott nahm sie gefangen und opferte dafür sein eigenes Leben. Seitdem sorgen die Ritter der Rose und die Frauen der Glasinsel mit ihren magischen Kräften dafür, dass die Schlange in einem Gefängnis aus Glas eingeschlossen bleibt. Ein Tropfen Blut besiegelte das Bündis der guten Mächte. Doch seit geraumer Zeit sucht der Erzfeind des Königreichs Lys, König Clodovec, die Schlange zu bereifen und ihre zerstörerischen Kräfte für sich zu nutzen.

 

Handlung in Kürze:

Noch immer bedrohen die dunklen Kräfte der Grossen Schlange das Königreich Lys und mit ihr einer ihrer eifrigsten Verbündeten: König Clodovec. Nur durch einen Pakt kann Averil, die junge, mutige Herzogin, ihr Land vor den bösen Mächten schützen, wenn auch nicht für lange. Der ihr verhasste König wird ihr ein Jahr und einen Tag zeit lassen um ihren verstorbenen Vater zu betrauern, doch dann wird sie sich einen Ehemann suchen müssen. Dabei wird sich Clodovec keine Chance entgehen lassen, ihr einen seiner Verbündeten als Gemahl anzudienen. Als Averil an den Hof des Königs gerufen wird, weiss sie, dass sie vorsichtig sein muss, denn der Ort ist ein Treffpunkt ihrer Feinde und der Freunde der Schlange. Doch dann lernt sie den faszinierenden Prinzen von Moresca kennen, vergisst alle Warnungen und lässt sich von seinen Charme betören. Während dessen erfährt Gereint von dem geheimen Versteck der Schlange. Nun muss er alles daransetzten, Averil aus den Armen des Prinzen zu reissen, denn nur gemeinsam können sie die Mächte der Grossen Schlange besiegen.

 

 

Meinung:

Wieder fasziniert die Welt mit ihrer Aufteilung der Magie. Auch wenn einer der grössten Orden, der Rosenorden, praktisch zerstört wurde. Sehr schön dargestellt ist der Zwiespalt von Averil die sich damit abfinden muss, dass alles was sie bisher über die Welt und die Religion erfahren hat, nicht so ist wie es scheint. Der Lauf der Geschichte lässt ihr leider keine Zeit sich langsam an all die Lügen und neuen Gedanken zu gewöhnen. Schnell muss sie sich zwischen dem Glauben ihrer Kindheit und der “Wahrheit” entscheiden. Immer neue Dinge erfährt sie und muss sich entscheiden ob sie daran glaubt oder weiterhin an den Regeln ihrer Vorfahren festhält. Auch Gereint erfährt immer mehr über seine erstaunlichen Fähigkeiten, bis er am Schluss herausfindet, was er ist und was er sein könnte. Alle Hauptdarsteller sind sehr fein ausgearbeitet und man kann sich schnell mit den Figuren identifizieren.

 

In diesem zweiten Buch hat die Unkenntnis über gewisse Dinge, die im ersten Band noch gestört haben, keine grosse Rolle mehr gespielt. Trotzdem hätte ich auch hier ein Glossar hilfreich gefunden. Meine Hoffnungen nach dem ersten Band haben sich jedoch teilweise erfüllt. Man erfährt mehr über die Entstehungsgeschichte der Welt und der Religion. Auch über die Grosse Schlange erfährt man nun erheblich mehr.

 

Fazit:

Auch der zweite Band hat mich gefesselt. Er erfüllt alle klassischen Anforderungen an einen Fantasy-Roman. Von Magie über Liebe bis hin zu gewaltigen Schlachten ist auch dieses Mal alles vorhanden.

 

Bewertung: 8 von 10 Rosen

 

Màirèad
von Anomandaris
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Dienstag, 10. februar 2009
Es ist wieder mal Zeit für ein bisschen Geplänkel

Meine Mitrezensentin war sehr fleissig und in den nächsten Tagen wird die Rezension für den zweiten Band der Reihe Das magische Land live gehen. Der dritte Band ist auch schon gelesen und ich werde die Rezension bald folgen lassen. Noch einmal meinen Dank an den Goldmann Verlag.

Desweiteren hat mir der Blanvalet Verlag freundlicherweise den ersten Band von Raymond Feists Die Erben von Midkemia zukommen lassen.
Ich bin schon sehr gespannt darauf. Ich war früher ein begeisterter Leser der Saga um Midkemia, hatte aber die Romane seit Jahren nicht mehr weiter verfolgt. Nun wird es Zeit dies nach zu holen. Band 1 trägt den Titel Der Silberfalke.

Aus dem englischen Bereich habe ich eine für mich sehr erfreuliche Nachricht. Ich konnte einen zweiten Verlag aus dem englischsprachigen Raum überzeugen, mir ein Rezensionsexemplar zu senden. Es handelt sich um den amerikanischen Verlag Overlook Press. Der Verlag ist bekannt für sehr schön aufgemachte Bücher. Unter anderem hat er einen fabelhaften Job bei R. Scott Bakkers erster Trilogie The Prince of Nothing gemacht.
Ich freue mich bereits darauf, den nächsten von Scotts Romanen zu lesen, den mir der Verlag freundlicherweise zukommen lässt. Es ist der Auftakt der Aspect Emperor Trilogie und der Titel lautet The judging Eye.

Soweit einmal von meiner Seite.

Cheers
Anomandaris
von Anomandaris
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Dienstag, 27. januar 2009
Ruth Nestvold wurde 1958  in Colville, Washington, USA geboren, lebt aber seit dreissig Jahren in Deutschland. Nach ihrer Promotion in Anglistik an der Universität Stuttgart war sie einige Jahre an verschiedenen deutschen Universitäten tätig. Seit sie 1998 am Clarion West Writers Workshop in Seattle teilgenommen hat, der von dem Bestseller Autor George R.R. Martin geleitet wurde, sind ihre Kurzgeschichten und Novellen in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien erschienen. Ihr Debütroman Flamme und Harfe wurde, obwohl unverlangt eingesendet, sofort veröffentlicht. Er erscheint nun in deutscher Erstauflage beim Penhaligon Verlag.

Das Äussere:
Das Buch hat 697 Seiten und das Leseexemplar wurde im grossen Taschenbuchformat zugeschickt. Ein Glossar und eine Landkarte waren im Leseexemplar nicht enthalten, werden aber im offiziellen Buch enthalten sein. Das Cover ist im klassischen Fantasy-Stil gehalten und sehr ansprechend. Es zeigt eine Frau in einer Barke, welche mit Fackeln erhellt ist. Der Hintergrund ist in mystisch, nebligen blau-grau gehalten. Die Frau soll wahrscheinlich die weibliche Hauptfigur im Buch darstellen. Obwohl mir die Illustration als Bild gefällt, hat es für mich keinen direkten Bezug zum Buch.

Vorgeschichte:
Das Buch spielt in Irland und Britannien. Die Römer haben Britannien verlassen und ihre imposanten Bauwerke und Kultur, obwohl  noch überall gegenwärtig,  verblassen langsam. Es ist die Zeit in der, der alte Glaube langsam bröckelt. Das noch junge Christentum verbreitet sich langsam aber unaufhaltsam. Dieser Ablösungsprozess wird im Buch ebenfalls thematisiert. Anschaulich wird dargestellt wie sich dieser Prozess gestaltet haben könnte. Dies in dem die “ersten” Christen geschickt die alten Bräuche in die neue Religion adaptieren, und so Herrscher und Volk langsam für sich gewinnen konnten.

Handlung in Kürze:
Die Legende von Tristan und Isolde ist bekannt. Die meisten Erzählungen über sie beginnen mit dem Mann - doch diese hier beginnt mit der Geschichte der Frau. Die vierzehnjährige Yseult, genannt die Schöne, soll auf Wunsch des neuen Hochkönigs von Eriu mit Marcus Cunomorus, dem König von Dumnonia (Cornwall) verheiratet werden. Er erhofft sich, dadurch Frieden mit den Briten zu schliessen. Doch sein Vorgehen löst einen erbitterten Krieg zwischen den Clans von Eriu aus. Yseult kann fliehen und sich bei ihrem Onkel Murchard verstecken, bis Murchard im Kampf stirbt- erschlagen von Marcus’ Sohn Drystan.
Drystan selbst wird in diesem Kampf ebenfalls verwundet. Nur Yseults Mutter, die berühmteste Heilkundige ihrer Zeit, kann sein Leben noch retten. Uns so reist Drystan inkognito nach Eriu - obwohl die Aufdeckung seiner wahren Identität und damit sein “ Mord” an Murchard seinen sicheren Tod bedeuten würde. Während Yseult und ihre Mutter den Unbekannten gesund pflegen, verliebt dieser sich in Yseult die Schöne. Yseult erwidert Drystans Gefühle und die beiden beginnen eine heimliche leidenschaftliche Affäre. Doch als Yseult eines Tages Drystans wahre Identität herausfindet und ihr klar wird, dass er Schuld trägt am Tod ihre geliebten Onkels, ist ihr Vertrauen zerstört. Sie will Drystan nie wieder sehen. Und so bleibt diesem nichts anderes übrig, als Eriu zu verlassen.
Yseults Herz ist gebrochen, doch ihr bleibt kaum Zeit, die verlorene Liebe zu beweinen. Denn im Verlauf der immer erbittert werdenden Kämpfe zwischen den Clans Von Eiru ist es dem Hochkönig gelungen, Yseults Mutter und ihre Cousine gefangen zu nehmen und so Yseult zur Ehe mit Marcus Conumorus zu zwingen. Nur durch ihre Einwilligung kann Yseult die beiden retten. Ausgerechnet Drystan bekommt den Auftrag, Yseult sicher nach Dumnonia zu seinem Vater zu geleiten. Auf der Überfahrt entflammt die Liebe zwischen den beiden erneut, und Drystan fleht Yseult an, nicht in die Ehe einzuwilligen. Doch Yseult will das Leben ihrer Mutter nicht gefährden, kann aber auch nicht mehr ohne Drystan leben. Und so nehmen die beiden ihre heimliche Liebschaft wieder auf. Ein gefährliches Spiel, denn wen sie ertappt werden, droht ihnen der Tod auf dem Scheiterhaufen…
Mehr möchte ich zum Inhalt denn auch nicht verraten.

Meinung:
Ruth Nestvold versteht es den Leser ganz gefangen zu nehmen. Das Buch bleibt, auch wenn man die Geschichte von Tristan und Isolde kennt, bis zum Schluss spannend. Die Autorin schafft es mit ihrer Interpretation der Geschichte auf ein Happy End hoffen zu lassen. Ob die Hoffnung erfüllt wird oder nicht; lest selbst. Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet und man leidet, hofft, bangt und freut sich schon nach wenigen Seiten mit ihnen. Es gelingt der Autorin “Freund und  Feind” so darzustellen dass man mit beiden Seiten mitfiebern kann und ihnen ab und an zu schreien möchte, welchen Weg sie Einschlagen sollen. Die Zeit in der der Roman spielt wird so weit ich das beurteilen kann korrekt wiedergeben und auch die Schlachten könnten sich tatsächlich so abgespielt haben. Es ist für jeden etwas dabei Liebe, Leidenschaft und Kampf und ein bisschen Magie. Das Yseult öfter selber zum Schwert greift, was für diese Zeit auch in Irland nicht üblich sein dürfte, mag einige Leser stören doch für mich hat das durchaus zum Charakter von Yseult gepasst. Auch die Magie wird so sanft dargestellt, dass sie der Geschichte die richtige Würze gibt, jedoch nicht im Vordergrund steht.

Fazit:
Wen “die Nebel von Avalon” begeistern konnten, der wird dieses Buch in einem Zug verschlingen.  Ich würde das Buch Lesern empfehlen denen starke weibliche Protagonisten gefallen und die sich von der Mystik des alten Glaubens verzaubern lassen.

Bewertung: 8 von 10 Flammen

Màirèad
von Anomandaris
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