Artikel teilen! Rezension: Die linke Hand Gottes - P. Hoffman (Goldmann): Wie versprochen hier die erste Rezi im Jahre 2011 ;) Vielen ...
Wie versprochen hier die erste Rezi im Jahre 2011 ;)
Vielen Dank an unsere neue Rezensentin!
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Der Autor:
Über den Werdegang des Autors wird nicht viel verraten. Paul Hoffman hat Anglistik studiert sich und danach in zwanzig verschiedenen Berufen versucht. Der erste Roman hiess „Wisdom of Crocodiles“ und wurde verfilmt. „Die linke Hand Gottes“ ist der erste Teil einer Trilogie, von der im 2010 der erste Teil erschienen ist.
Das Buch:
Der Einband des Buches ist schlicht gehalten. Das farbliche Spektrum bewegt sich von silbern über dunkelblau zu schwarz. Unter dem Titelschriftzug sieht man einen in einen langen Mantel verhüllten Mann. Erinnert an das Cover von „Die Novizin“ von Trudi Canavan. Das Gesicht ist im Detail nicht erkennbar. Er hält ein Schwert ist einer rechten Hand.
Der erste Teil der Geschichte wird auf 478 Seiten erzählt. Die Schrift ist ausreichend gross und die Abstände zwischen den Zeilen machen das Lesen leichter. Die Kapitel sind nummeriert und ohne Titel. Ein Glossar oder Personenverzeichnis fehlt. Meines Erachtens ist die Anzahl der Akteure dieser Geschichte überschaubar, ein Personenverzeichnis ist daher auch nicht unbedingt notwendig.
Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Reinhard Tiffert und ist sehr gelungen.
Die Geschichte:
Thomas Cale ist einer von vielen Novizen im heiligen Kloster des Erlöserordens und steht unter dem besonderen Augenmerk des Kriegsmeisters Bosco. Schnell wird klar, dass die vielen Jungen dort kein leichtes Leben haben. Sie werden für einen Krieg gegen die Ungläubigen im Kampf ausgebildet. Es erwarten sie drakonische Strafen für jeglichen kleinsten Ungehorsam, mageres Essen und wenig Schlaf. Das Leben der Kinder und Jugendlichen ist hart, trostlos und völlig abgeschottet von der Aussenwelt. Fluchtversuche werden mit grausamer öffentlicher Hinrichtung bestraft. Es herrscht ein Klima des gegenseitigen Misstrauens, der Angst und Entbehrung.
Der Lauf der Geschichte beginnt, als die beiden Klosterschüler Vague Henri und Kleist Cale dazu überreden, mit ihnen eine im Gemäuer verschlossene Tür zu knacken. Hinter der Tür und vielen verschlungenen Gängen stossen sie auf die Vorratskammern der Mönche, welche mit den besten und vielfältigsten Speisen gefüllt sind.
Der Streich der Jungen bleibt nicht unentdeckt. Bosco schickt Cale zum Foltermönch Picarbo, damit er seine gerechte Strafe entgegennimmt. Als Cale dort ankommt, bietet sich ihm ein Bild des Schreckens. Picarbo seziert ein junges Mädchen bei lebendigem Leibe. Ein zweites Mädchen liegt festgebunden auf einem Tisch und wartet auf das gleiche Schicksal. Cale kann das Ausmass der Grausamkeit Picarbos nicht fassen und tötet ihn. Er lässt ein paar Gegenstände aus Picarbos Folterkammer mitgehen und befreit Riba. Zusammen mit Riba und seinen beiden Freunden fliehen die vier erfolgreich von der Klosterburg.
Unterwegs stossen Sie auf ein Feld voller Leichen. Während sie noch überlegen, ob sie den einzigen noch Überlebenden und bis zum Hals im Sand vergrabenen Mann ausbuddeln sollen, werden sie von Soldaten der Stadt Memphis überrascht und gefangen genommen. Der Überlebende ist kein geringerer als Kanzler Vipond, der zweithöchste Mann in Memphis. Kanzler Vipond und dessen Bruder IrisPukke haben die vier zu verdanken, in Memphis nicht hingerichtet worden zu sein. Denn zunächst werden sie des Überfalls auf Kanzler Vipond und dessen Männer beschuldigt. Nach dem das Missverständnis geklärt wurde, werden die vier aus dem Gefängnis entlassen. Kanzler Vipond und der Marschall der Materazzi wollen nun herausfinden, welche kriegerischen Ziele und Pläne die Erlösermönche verfolgen.
Riba wird als Kammerdienerin in Dienste genommen und Henri, Kleist und Cale dürfen eine kriegerische Ausbildung unter den Jugendlichen der elitären Materazzi geniessen. Die Standesunterschiede und die Respektlosigkeit gegenüber den drei Neulingen führen schnell dazu, dass Cale und seine Freunde von den anderen geärgert werden. Als die Situation eskaliert und Cale seinen Hauptrivalen Conn kämpferisch aufs Übelste demütigt, wird zum ersten Mal klar, dass in Cale besondere Fähigkeiten stecken.
Es stellt sich heraus, dass Cale aufgrund einer Kopfverletzung die besondere Fähigkeit erlangt hat, alle Bewegungen eines Gegners im Kampf vorherzusehen. Es macht ihn dadurch zu einem fast nicht bezwingbaren Kämpfer. Bosco hat sich das besondere Talent Cales zunutze machen wollen und hat ihm daher eine spezielle Ausbildung zukommen lassen. Auch liess er ihn strategische Schlachtpläne ausarbeiten. Kleist ist hervorragend im Umgang mit Speer und Bogen und Henris Talente liegen im Beschaffen von Proviant, Kartographieren und Spionieren.
Bosco findet heraus, wo sich die drei Jungen befinden. Er lässt Arbell, die Tochter des Materazzi Marschals, entführen. Sinn und Zweck der Entführung ist jedoch in erster Linie, die Ausrüstung und die Waffen der Materazzi kennen zu lernen und deren Schwachstellen zu erforschen. Cale gelingt es, die Entführte wieder zu befreien. Er steigt zum persönlichen Leibwächter der Schönen auf, und sie verlieben sich in einander.
Mit den aus der Entführungsaktion gewonnenen Erkenntnissen zettelt Bosco einen Krieg gegen die Materazzi an. Cale erkennt, dass Bosco seinen (Cales) Plan und Strategie anwendet. Er berät daher die Materazzi und sagt die einzelnen strategischen Züge Boscos voraus. Obwohl die Erlösermönche zahlenmässig den Materazzi weitaus unterlegen waren und die Materazzi sogar die Kriegsstrategie der Erlösermönche gekannt haben, gehen die Mönche als Sieger der Schlacht hervor. Die Ehre und der Ehrgeiz der Materazzi-Elite in Ruhm an der vordersten Stelle kämpfen zu wollen, führte zu einem heillosen Chaos und gegenseitiger Behinderung an vorderster Front.
Cale und seine Freunde werden von Bosco gefangen genommen. Zum Schluss wird Cale auch noch Zeuge von Arbells Verrat. Bosco lässt ihn nämlich aus einem Versteck heraus beobachten, wie Arbell sich mit Bosco auf einen Handel einlässt und ihn verrät. (Fortsetzung folgt…)
Fazit:
Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Der Beginn der Geschichte lässt Vieles erwarten, was gegen den Schluss hin ein wenig nachlässt. Alles in allem jedoch recht lesenswert.
Die Hauptfigur weiss stets das Richtige zu tun und ist immer Herr der Lage. Spontan und automatisch trifft Cale die richtigen Entscheidungen - bis auf den Schluss, als er von Boscos Männern gefangen genommen wird.
Die Geschichte ist frei von Magie: keine Zaubersprüche, keine übernatürlichen Fähigkeiten.
Die geographische und zeitliche Einordnung des Geschehens ist unklar. Es werden zum einen Städte wie Memphis erwähnt, zum anderen Orte, die in der Realität kein Äquivalent besitzen. Öfters kommt die „Ostfront“ als Austragungsort des Krieges der Erlösermönche gegen die Ungläubigen vor. Das irritiert, denn man kommt auf die Idee, an den 2. Weltkrieg und den Genozid zu denken.
Die Absichten der Erlösermönche, der Krieg gegen die Ungläubigen, sind m.E. ein wenig platt. Es wird einfach in den Raum gestellt, ohne näheren Sinn und Zweck. Es gibt keine Erklärung für die Rekrutierung der unzähligen kleinen Kinder, die in den Orden kommen, um zu Kriegern ausgebildet zu werden. Woher stammen sie? Wer sind diese Kinder, und wer bringt sie?
Der Autor hat einen Hang zum Grausamen. Er beschreibt für meinen Geschmack zu oft und ausführlich, die grausame Behandlung und Folter der Klosterschüler. So detailliert will man es gar nicht wissen.
Der Schluss zieht sich in die Länge. Die strategischen Fehler der Materazzi und wie sie die Schlacht gegen die Mönche verlieren, ist voraussehbar. Mit beinahe 100 Seiten Kriegsführung hatte ich Mühe, bei der Stange zu bleiben.
Der Schluss, Cales Gefangennahme und Arbells Verrat, schreien nach einer Fortsetzung. Man ahnt, dass in Cale etwas zerstört worden ist und er sich im zweiten Teil der Geschichte vermutlich verändert zeigen wird.
Bewertung: 7 von 10 Mönchen
Gutemine
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