Montag, 18. mai 2009

Hallo Leute,


Wie versprochen hier eine der Rezensionen aus der Feder meiner fleissigen Helfer (aka Mitarbeiter). Vielen Dank, Fisher.

 

An dieser Stelle auch noch einmal unser Dank an Frau Kramer, vom Klett Cotta Verlag, für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

Und jetzt, ohne weitere Verzögerung...die Rezension für "Der Name des Windes"

 

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Patrick Rothfuss ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Professor für Englisch, dessen Erstlingswerk „Der Name des Windes“ mit grosser Begeisterung aufgenommen wurde. Er besitzt eine eigene Homepage, auf der neben Informationen zu dem Autor selbst auch solche über die Welt zu finden sein werden (dieser Abschnitt befindet sich zur Zeit noch im Aufbau).
Sein Roman ist der erste Band einer Trilogie mit dem Namen Die Königsmörder-Chronik, den Klett-Cotta in der Hobbit-Presse als deutsche Erstveröffentlichung herausgebracht hat.
Rothfuss greift auf das Stilmittel der Erzählung innerhalb einer Erzählung zurück und lässt so den Leser das Leben seines Hauptprotagonisten Kvothe miterleben.

 

Das Äussere:

Die gebundene Ausgabe lässt für mich keine Wünsche offen. Das Cover, dem amerikanischen Original in Stimmung und Motiv erstaunlich nahe, lädt dazu ein, das Buch in die Hand zu nehmen. Die Karte, auch in meinen Augen ein Muss für einen anständigen Fantasy-Roman (Gruss an Anomandaris), könnte etwas mehr Details aufweisen, doch spricht sie mich in Form und Stil sehr an (eine farbige Version gibt es übrigens auf der Homepage des Autors). Ein Lesebändchen rundet das ansprechende Äussere ab.
Der Roman hat 860 Seiten, doch die Schrift ist nicht allzu klein und somit angenehm zum lesen. Die liebgewonnen Personenverzeichnisse oder Begriffserklärungen, wie man sie von Erikson oder Bakker kennt, fehlen leider, ein Punkt, den ich persönlich gerne dabei gehabt hätte.

 

Die Handlung:

Im selbst gewählten Exil als Wirt und Besitzer eines Gasthauses hat sich Kvothe, der grösste Magier seiner Generation, von den Belangen der Reichen und Mächtigen zurückgezogen. Ihm zur Seite steht sein treuer Freund und Lehrling Bast. Eines Tages werden die beiden aus ihrem Alltag gerissen, als die Vergangenheit Kvothe in doppelter Hinsicht einholt. Zum einen tauchen um das Dorf herum Kreaturen auf, die es dort eigentlich nicht geben sollte, zum anderen veranlasst die Ankunft eines Mannes, der als der Chronist bekannt ist, Kvothe dazu, sein Leben Revue passieren zu lassen. Dieser Chronist möchte das noch relativ kurze, aber bereits sehr ereignisreiche Leben des Magiers aufzeichnen.
Dieser lässt sich schlussendlich auf dieses Experiment ein und beginnt, seine Geschichte zu erzählen. Wir folgen ihm durch seine Kindheit, die er mit seinen Eltern bei fahrenden Schauspielern verbracht hat und wie er zum ersten Mal mit der Magie in Kontakt kam. Dann endet diese Zeit abrupt mit dem Tod seiner Eltern und öffnet uns gleichzeitig den Blick auf die viel grössere Geschichte dahinter.
Es folgen harte Jahre auf der Strasse, bis er sich aufmacht, um an der Universität, wie die weltbekannte Schule für Magie und Wissenschaft genannt wird, aufgenommen zu werden. Er erzählt von seinen ersten Jahren an der Universität und von seinem stetigen Kampf, die Ausbildung zu erhalten, die sein wacher und einzigartiger Geist verlangt. Hinein verwoben in diese Zeit ist die Geschichte um seine grosse Liebe und die Suche nach den Mördern seiner Eltern.
Der erste Tag der Erzählung von Kvothe endet mit seinem ersten Kontakt mit der Magie, die ihn fast das Leben kostet.

 

Meinung:

Mein Eindruck nach dem Ende des Buches ist, mit einigen Kritikpunkten, positiv. Die Geschichte hat mich sofort reingezogen und ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Denn die grosse Stärke des Autors ist in meinen Augen seine Fähigkeit zu erzählen. Seine Schreibweise und seien Art, die Geschichte zu erzählen, liessen in mir immer wieder Erinnerungen hochkommen an die Abende, an denen ich Märchen gelauscht habe. Dies alles scheint in der deutschen Übersetzung gut rübergebracht worden zu sein, somit ein Lob an den/die Übersetzer/in.
Auch seine Welt wirkt sehr durchdacht und ausgefeilt, doch hätte man für meinen Geschmack noch etwas mehr darüber erfahren können. So bleibt sie fürs erste noch ein wenig unerforscht, welches sich hoffentlich in den nächsten Bänden löst.
Die Geschichte an sich ist in meinen Augen keine Neuerfindung des Genres, sondern eine gute und solide Neuauflage von Altbewährtem, die jedoch, wie bereits erwähnt, durch seine erzählerischen Fähigkeiten etwas Spezielles erhält.
Die gesamte Geschichte und auch die Welt wirken bis jetzt eher bodenständig, d.h. sie erinnert eher an Märchen als an eine Fantasy-Welt. Es gibt zwar Magie, aber tritt sie erst wenig und dann dezent in Erscheinung. Doch da es sich um die knapp ersten 17 Jahre von Kvothe handelt, ist dies eigentlich auch gut so und hier und da lässt der Autor eine andere Ebene seiner Welt durchschimmern, die mich grosses erhoffen lässt. Manchmal ist es ja besser, wenn man nicht gleich mit möglichst vielen Fakten und Eigenarten einer neuen Welt überschüttet wird.

 

Fazit:

Wer sich mit der Ich-Perspektive der Erzählung, die über den grössten Teil des Buches vorherrscht, und dem eher langsamen, weil aufbauenden Tempo der Geschichte anfreunden kann, wird in dem Erstlingswerk von Rothfuss eine sehr gut erzählte Geschichte finden, die einen schnell einfängt und nicht mehr loslässt. Die grösseren Zusammenhänge, die er angedeutet hat, machen Lust auf mehr und lassen auch auf mehr hoffen.

 

Bewertung: 7 von 10 blau brennenden Flammen


Fisher

von Anomandaris
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