Die Autorin: Susanne Gavénis wurde 1970 in Celle geboren. Sie machte 1990 das Abitur am Hermann-Billung Gymnasium in Celle, studierte bis 1995 in Kassel für das Lehramt an Gymnasien in den fächern
Biologie und Chemie. Schon damals begann sie zu schreiben. Sie ist verheiratet und ist 2008 in den öffentlichen Schuldienst gewechselt. Sie schreibt Fantasy- und Science-Fiction Geschichten.
Das Äussere:
Das Buch hat 593 Seiten und ist beim Schweizerhaus Verlag erschienen. Das Cover zeigt Berge, Wasser, Feuer und Shaan. Das Cover ist
für meinen Geschmack zu stark stilisiert und das Buch sieht somit in meinen Augen mehr nach einem Jugendroman aus.
Vorgeschichte:
Seit tausenden von Jahren bekämpfen sich Gut und Böse im Geheimen. Zwei Familien sind dazu auserwählt, alle 100 Generationen einen Beschützer für das Gute (Shai’lanhal) und das Böse (Shai’yanyal)
zu stellen. Gleichzeitig werden je ein unwissendes Mädchen, dass das Gute verkörpert (Lanhal) und ein Junge, der das Böse verkörpert (Yinyal) geboren. Diese beiden wachsen ohne das Wissen ihrer
Bestimmung auf. Es ist die Aufgabe der Schai’lanhal und der Schai’yanyal, die Lanhal und den Yinyal zu finden und vor dem gegnerischen Shai zu schützen. Die Schais werden von ihren Sarn von
Kindsbeinen an auf ihre Aufgabe vorbereitet. Um den Kampf zu gewinnen, stehen dem Yinyal die Manipulation der Elemente Feuer und Erde zur Verfügung, der Lanhal die Elemente Wasser und Luft. Sie
dürfen ihren Schützlingen jedoch bis zum Endkampf nichts von deren Bestimmung sagen. Sobald der Yinyal oder die Lanhal ihre wahre Bestimmung erkennen, weicht die Magie aus den Schais und geht auf
den Yinyal oder die Lanhal über, die dann den Endkampf bestreiten und entscheiden ob die nächsten 100 Generationen das Gute oder das Böse herrschen wird.
Handlung in Kürze:
Shaan, Enkel eines Herzogs, wird von seinem Vater in der Einsamkeit der Berge mit grausamer Härte auf seine vom Schicksal bestimmte Aufgabe vorbereitet: Er ist der Beschützer der Lanhal, der
Inkarnation des Guten, die alle hundert Generationen in Gestalt eines gewöhnlichen Mädchens wiedergeboren wird. Die Lanhal weiss nichts von ihrem Schicksal und darf von ihm auch nicht gewarnt
werden. Trotzdem muss er sie irgendwie in die Regeln des bevorstehenden Kampfes einweihen. Ausserdem muss er es erstmal schaffen in die Nähe der Lanhal zu kommen und dort auch zu bleiben. Da es
sich bei der Lanhal um ein 16jähriges Mädchen handelt, eine nicht ganz einfache Aufgabe. Ausgestattet einzig mit den Fähigkeiten Wind und Wasser zu beherrschen, muss sich Shaan einer Bedrohung
stellen, die alles Vorstellbare übersteigt, denn die Mächte des Bösen entsenden eine schreckliche Gegenspielerin. Einschränkung für die beiden Shais ist lediglich, dass weder die Lanhal noch der
Yinyal erfahren dürfen dass sie Magie benützen können. Doch wollen beide nicht, dass der Gegner herausfindet wer die Lanhal und wer der Yinyal ist. Shaan weiss: sollt er versagen, wird nicht nur
die Lanhal sterben, sondern die ganze Welt für hundert Generationen in Dunkelheit versinken.
Meinung:
Bereits am Anfang hat mich das Buch stark an einen Jungendroman erinnert. Vier 16jährige, je zwei Jungen und Mädchen tragen das Schicksal der Welt auf ihren Schultern. Für meinen Geschmack wurde
hier etwas zu stark mit klischierten Charakteren gearbeitet. Shaan, als Beschützer des Guten, zweifelt von Anfang an daran ob er überhaupt gut genug ist, um die Lanhal zu beschützen. Das klassische
Motiv des strauchelnden "Helden".
Schon zu Beginn des Buches hat mich das Gefühl beschlichen, dass es ein Happyend geben wird. Natürlich muss das nicht partout etwas schlechtes sein! Jedoch war es für mich früh vorhersehbar.
Auch Deleja, die Inkarnation des Guten passt nicht ganz in ihre Welt. Vom Vater eher als Junge erzogen, trägt sie auch Jungen-Kleidung und träumt von einem Märchenprinz der sie einst erretten wird.
Wovor blieb mir bis zum Schluss allerdings unklar, denn eigentlich dürfte ihr Leben als Kaufmannstochter recht angenehm gewesen sein?!
Positiv aufgefallen ist mir die Sprache. Das Buch wurde von einer deutschsprachigen Autorin geschrieben und das merkt man sofort. Die Sprache war äußerst Bildhaft und flüssig. Einzig die immer
wieder unnötigen Absätze haben mich anfangs aus dem Lesefluss gebracht. Gegen Ende des Buches hatte ich mich dann daran gewöhnt.
Fazit:
Die Grundlage der Geschichte ist natürlich nicht neu, sie ist jedoch gut umgesetzt. Ich würde es dennoch eher einer jugendlichen Leserschaft empfehlen. Ich bin mir sicher mit 16 hätte mich das Buch
viel mehr fasziniert.